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Magazin / Biologie

Eintagsfliegen erkennen: Dun, Spinner, Spent? Wir erklären die Lebensstadien.

FFP Redaktion

Das Leben einer Eintagsfliege durchläuft eine faszinierende Metamorphose. Für uns Fliegenfischer ist das Verständnis dieser Stadien entscheidend, um das richtige Muster an das Vorfach zu binden.

Hier ist Ihre Übersicht zur Erkennung der Stadien am Wasser – von der Larve am Grund bis zum letzten Tanz an der Oberfläche.

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Die Nymphe (Das Unterwasser-Stadium)

Bevor die Fliege sichtbar wird, lebt sie als Larve am Gewässergrund unter Steinen oder im Schlamm. Da Fische einen Großteil ihrer Nahrung (ca. 90%) unter Wasser aufnehmen, sind Imitationen dieses Stadiums extrem fängig.

Muster-Empfehlung: Goldkopf-Nymphen oder Tungsten-Nymphen, um schnell auf Tiefe zu kommen.
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Der Aufsteiger (Emerger)

Der kritische Moment des Schlüpfens. Das Insekt steigt zur Oberfläche auf und versucht, seinen Nymphenpanzer zu durchbrechen. Es hängt oft hilflos im Oberflächenfilm – eine leichte Beute für Fische.

Hierbei entstehen oft die feinen Ringe an der Wasseroberfläche, die wir als "Steigen" wahrnehmen.

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Der Dun (Subimago)

Das erste geflügelte Stadium. Nach dem Schlupf reitet die Fliege auf der Wasseroberfläche ("Segelschiffchen"), um ihre Flügel zu trocknen. Sie wirkt oft etwas matt und undurchsichtig (daher der Name „Dun“ – düster/grau).

Der Klassiker: Die Adams Parachute imitiert dieses Stadium perfekt, da sie flach im Oberflächenfilm liegt.
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Der Spinner (Imago)

Das geschlechtsreife Stadium. Nach einer weiteren Häutung an Land kehren die Duns als glasklare, glänzende „Spinner“ zum Wasser zurück, um sich zu paaren und Eier abzulegen. Oft sieht man sie in tanzenden Schwärmen über dem Wasser.

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Der Spent (Das Ende)

Das letzte Stadium nach der Eiablage. Die Insekten sterben vor Erschöpfung und treiben mit ausgebreiteten Flügeln (oft in T-Form) regungslos auf der Wasseroberfläche ("Spent Spinner").

Da die Fische diese „leichte Beute“ oft schlürfen, ohne viel Energie aufzuwenden, sind Spent-Muster an ruhigen Abenden oft der Schlüssel zum Erfolg, wenn normale Trockenfliegen ignoriert werden.


Experten-Tipp für Einsteiger

Achten Sie beim Kauf von Fliegen-Sets (wie den „Maifliegen-Kollektionen“) darauf, dass diese nicht nur ein Muster enthalten, sondern den gesamten Lebenszyklus – von der Nymphe über den Dun bis zum Spinner – abdecken. So können Sie am Wasser auf jede Phase des Schlupfes reagieren.

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